Allgemeine technische Daten: Bambus

 

- D A T E N B L A T T -

Bambus und Faserbambus

 

I. Vorprodukt: Rohbambus

Botanische Bezeichnung:

Phyllostachys edulis (Maozhu: 毛竹, Haarbambus)

Syn.: Phyllostachys heterocycla, Phyllostachys pubescens, Pubescens Mazel

Weitere wichtige Handelsnamen: Chinesischer Riesenbambus, Moso, Mousou, Mengzong-Bambus

 

Botanische Zugehörigkeit:

Familie: Poaceae, Unterfamilie.: Bambusoideae, Tribus: Bambuseae

Verbreitung:

Zentralchina, (Süd-)Ostchina, v. a. Fujian, Zhejiang, Anhui, Jiangsu, ferner auch Japan, Taiwan und Südostasien, hier jedoch meist wesentlich kleiner im Wuchs und schwächer verbreitet

Wuchs:

Rhizombildendes, schnell wachsendes Gras mit großen, verholzenden Halmen (i.d.R. über 20 m hoch), Durchmesser ca. 18-25 cm, Nodienbildung im Abstand von ca. 25-30 cm, Wandstärke ca. 2 cm u. höher

Eigenschaften (gemittelte Richtwerte):

Druckfestigkeit [kN/cm²] 6,2 (parallel zur Faser) - 9,3 (

Biegefestigkeit [kN/cm²] 7,6 - 27,6

Zugfestigkeit [kN/cm²] 16 - 28 bei Innenfasern (bis zu 40 bei Außenfasern)

Scherfestigkeit [kN/cm²] 2,0

Elastizitätsmodul (Zug) [kN/cm²] 2000

Elastizitätsmodul (Biegung) [kN/cm²] 1800

Härte (BRINELL) zur Faser [N/mm²] 30 - 36

Schwind- u. Quellverhalten

[in % auf 1% Holzfeuchteveränderung] 0,14 - 0,19

 

 

II. Endprodukt: Bambusholz (Faserbambus)

Eigenschaften (gemittelte Richtwerte):

Dichte [kg/m³] ca. 1100 - 1200

Biegefestigkeit [kN/cm²] 14,8

Feuchtigkeitsanteil [%] 5,6 - 8,3

Härte (BRINELL) zur Faser [N/mm²] 71,3

Schwind- u. Quellverhalten

[in % auf 1% Holzfeuchteveränderung] 0,15

Formaldehydemission (Leim) [mg/L] 0,2 - 0,3

Leimanteil [%] 8 - 10

Bearbeitbarkeit:

Faserbambus ist ein schweres, hochdichtes Material mit entsprechenden Festigkeitseigenschaften, die vielfach mit denen tropischer Harthölzer wie z.B. Bangkirai, Bongossi oder Okan zu vergleichen sind und diese teilweise noch übertreffen. Tangentiale Flächen sind mit allen Hand- und Maschinenwerkzeugen gut zu bearbeiten, bei radialen Flächen ist die Bearbeitung mitunter erschwert. Für Nagel- und Schraubverbindungen muss vorgebohrt, bei Einsatz von Senkschrauben vorgesenkt werden. Da Bambus als Grasart keine Gerbsäuren, Öle oder Harzanteile enthält, treten in der Regel keine Haftschwierigkeiten oder chemischen Reaktionen in Verbindung mit Oberflächenversiegelungen auf.

Schadstoffemission:

Der bei der Verpressung zum Einsatz kommende Leim wurde auf seine Formaldehydemission hin getestet. Diese liegt laut Laborbefund mit 0,2 bis 0,3 mg/L nach der Desiccator-Methode deutlich unterhalb des in Deutschland und Österreich geltenden Grenzwertes für die Emissionsklasse E1 von 1,5 mg/L (entspricht 0,1 ppm nach Kammermethode). Das Endprodukt ist demnach als formaldehydarm und (auch im Innenbau) gesundheitlich unbedenklich zu bezeichnen.


Natürliche Dauerhaftigkeit:

Sehr hohe Resistenz gegen substanzzerstörende (zersetzende) Pilze und Insekten aufgrund der Karbonisierung während des Produktionsprozesses, im Durchschnitt gute Resistenz gegen farbverändernde Oberflächenpilze, hohe Dimensionsstabilität, da kaum Schwind- und Quellverhalten sowie keine wuchsbedingten inneren Spannungen => kein Verdrehen möglich. Hohe Frost- und Hitzeresistenz.

Übliche Verwendung:

Als Konstruktionsholz im Außenbau, u. a. für Brückenbau, Stege, Schwellen, Lärm- und Sichtschutzwände, Zaunanlagen, Nutzviehställe und Pferdeboxen, Parkbänke, Pavillons, Pergolen, Carports, Terrassenflächen, sowie für extrem beanspruchte Fußböden.

Austausch:

Im Außenbau geeignet als Austauschmaterial für andere Konstruktionshölzer ähnlicher Dichte und Dauerhaftigkeit wie z.B. Bangkirai, Douka, Massaranduba, Bilinga, Karri sowie andere schwere und dauerhafte Konstruktionshölzer.

Pflegehinweis:

Um den warmen, braunen bis rotbraunen Farbton des Produkts zu erhalten, sollte zweimal jährlich eine Nachpflege mit einem geeigneten Wetterschutzöl erfolgen. Andernfalls wird das Material farblich zunehmend vergrauen. Unabhängig davon sollte, insbesondere bei Terrassenflächen, generell zumindest einmal jährlich eine Nachbehandlung mit Öl erfolgen, um einen adäquaten Witterungsschutz zu gewährleisten.